Wie angekündigt, war Christin im September erneut in Ghana.

Ihren Bericht über den Aufenthalt und viele Neuigkeiten von den Kindern findet ihr hier in ihrem Reisebericht.

Voller Sehnsucht und Vorfreude ging es Ende September 2012 wieder Richtung Ghana. Die Koffer natürlich voller Kleidung für die Kinder. An dieser Stelle: Ein großes Dankeschön an alle lieben Spender! Sowie ein großes Dankeschön an den Rewe Markt Hellrung OHG in Ebeleben für die Spenden von Büchern, Stiften und Luftballons.

Meinen Aufenthalt in Ghana habe ich, wie Dominika und Gabrielle im Frühjahr, auch bei unserem Freund Eric verbracht. In den von uns bei Eric angemieteten Räumen verbringen die älteren Schüler alle zusammen ihre Schulferien und unterstützen Eric tatkräftig bei der Arbeit auf seiner Hühnerfarm.

 

Da nun die Jungs alle bei Eric versammelt waren, sollten auch noch die Mädchen dazu kommen damit alle Kinder wieder vereint sind. Nach jahrelangem Zusammenleben im Kinderheim sind sie fast wie Geschwister, die sich mal vertragen und auch mal streiten aber im Grunde doch sehr lieben. So kamen Doritha, Christiana, Kezia und Ruth für ein paar Tage nach Amanfrum und teilten sich ein Zimmer mit mir. Man, war das kuschlig...

Da wir die Kinder selten genug sehen, ist so ein Besuch immer wie ein Fest und ein Anlass, neben Reis und Hühnchen mal etwas Besonderes zusammen zu kochen. So gab es manchmal zum Frühstuck Eierkuchen, mittgas dann sogar mal Nudeln, Kasava, Spinat, Fufu, Banku und auch einen Pudding haben wir hinbekommen und einmal auch einen großen Topf voll Popcorn gemacht. Am liebsten hätte die Bande das alles an ein und dem selben Tag gehabt...unsere Leckermäuler sind einfach niemals satt!

Damit wir die Tage nicht nur mit Kochen und Essen verbringen, wurden am Nachmittag immer noch die Kleinen „unterrichtet“ und mit Spielen beschäftigt….

Nana Yaw lebt seit der Schließung des Heimes dauerhaft bei Eric und er fühlt sich dort sehr wohl. Während meines Aufenthaltes in Ghana konnten wir ihn an der staatlichen Grundschule im Ort anmelden und ihn mit den ersten Schulmaterialien wie Büchern, Stiften, Uniform, Ranzen und Schreibutensilien ausstatten. An seinem ersten Schultag konnte ich ihn dann sogar in die Schule begleiten.

Ebenezer, der älteste Junge aus Tomo-Ni, hat zwar schon vor zwei Jahren die Schule beendet und wir haben ihm anschließend eine Ausbildung im örtlichen Radiosender bezahlt, jedoch konnte er danach nicht übernommen werden und sucht jetzt nach anderer Arbeit. Übergangsweise arbeitet er dafür bei Eric auf der Hühnerfarm und wird von Eric für seine Arbeit entlohnt.

Doritha und Christiana leben weiterhin in Obomeng bei einer sehr netten Familie und fühlen sich dort wohl. Bei Gesprächen mit den Pflegeeltern wurde mir berichtet, dass Doritha sich sehr gut in die Familie einbringt und im Haushalt mithilft. Da sich Doritha mit ihrer Tochter Christiana ein Bett teilt und bei Christiana doch teilweise noch etwas in die Hose geht, kauften wir eine neue Matratze für Doritha und ein extra Bettchen für die Kleine. Nun können beide in Ruhe schlummern…  

Christiana ist nun schon über ein Jahr alt und somit konnte ich sie im Kindergarten anmelden und mit Uniform, Rucksack, Brotbüchse, Trinkbecher, Seife und Klopapier (muss jedes Kind mit in den Kindergarten bringen) ausrüsten. Auch bei ihrem ersten Tag konnte ich sie besuchen und beim Spielen mit den anderen Kindern beobachten. Es hat ca. 10 Minuten gedauert bis sie komplett vergessen hat, dass ihre Mama und ich da sind, und sie sich nur noch auf ihre neuen Spielgefährden konzentriert hat…

Anfang Oktober begann nun das neue Schulhalbjahr und somit kehrte wieder etwas Ruhe in Amamfrom ein. Nun war es an der Zeit alle Schule aufzusuchen und Gespräche mit den Lehrer zu führen, um herauszufinden, wie sich unsere Schützlinge tatsächlich in der Schule machen…

Maxwell, James und Desmond lernen gemeinsam an derselben Schule in Koforidua. Diese Schule ist eine private Schule und kostet dementsprechend viel Geld. Für das gesamte Schuljahr, welches sich aus drei Halbjahren zusammensetzt, wurden umgerechnet pro Schüler zwischen 1.500 und 2.000 Euro veranschlagt. Dafür lernen die Kinder in einer schönen Lernatmosphäre, in einem gepflegten Schulgelände und teilweise in neuen „offenen“ Klassenräumen. Der Unterricht ist sehr praktisch ausgerichtet, mit viel handlungsorientierten Schulmaterial. Die Schüler sind dadurch sehr motiviert und zeigen gute schulische Leistungen. Auch die Unterkünfte der Schüler wurden neu gebaut und sind sehr gemütlich. Zudem haben alle drei Jungen Familienangehörige in der angrenzenden Stadt und um diesen wichtigen Kontakt zu gewähren, möchten wir ihnen ermöglichen weiterhin diese Schule zu besuchen.

 Auch P, K und Eric besuchen die Schulen in Koforidua. Dort habe ich sie und ihre Familien besucht. Sie haben große Freude in die Schule zu gehen und arbeiten laut Aussage der Lehrer alle drei sehr fleißig und ordentlich. Diese Schule welche sich in Primary (P, K) und Junior High School (Eric) unterteilt, macht auch einen sehr guten Eindruck und die Lehrer zeigen sich sehr aufgeschlossen und freundlich gegenüber den Kindern.  

Bei meinem Besuch in Nkwatia bei Kezia konnte ich sie schon von einem Kilometer Entfernung strahlen sehen. Sie hat sich nicht verändert und bleibt unser Sonnenschein.
Sie ist nun im letzten Jahr an der Junior High School und wird im nächsten Jahr ihre Prüfungen schreiben.
Kezia sagt mir zwar, sie lerne viel, ihre Pflegeeltern dagegen berichten, dass sie zwar viel im Haushalt hilft und sich mit ihren Freunden trifft aber zum Lernen häufig motiviert werden muss.

 In Obo besuchte ich kurz vor meiner Abreise auch noch Kudjo, Ebenezer und Gershon in der Seconday High School. Dies ist eine staatliche Schule, aber verfügt dennoch über sehr schöne Gebäude und gemütliche Unterkünfte für die Jungs. Der große Vorteil für die Kinder und einer der Gründe, warum sie unbedingt auf diese Schule gehen wollten, ist dass hier all ihre ehemaligen Schulfreunde aus der Junior High School unterrichtet werden und sie sich nicht an ein neues Klassengefüge gewöhnen müssen. Zudem ist es gerade mal eine zwanzig Minuten Fahrt zu Eric auf die Hühnerfarm…

Schweren Herzens musste ich mich nun Mitte Oktober wieder von den Kindern, Eric, den Hühnern und Ghana trennen. Dies ist immer ein schwieriger Akt und dabei fließen auch mal Tränen. Aber ich weiß ja, dass ich bald wieder zurück komme…