Mittlerweile zum 11. Mal machte ich mich auf die Reise nach Ghana. Diesmal sogar ohne 20 Stunden Aufenthalt in Istanbul sondern auf direktem Weg nach Accra. Nach knapp 7 Stunden Flug und weiteren 4 Stunden Busfahrt erreichte ich gegen Mitternacht mein zweites zu Hause in der Kwahu-Region.

Am nächsten Morgen war wie immer die Freude groß, Eric, Kudjo, Prince und die ganze Familie aus dem Nachbarhaus empfingen mich mit Herzlichkeit! Auch Gershon, James und Desmond kamen in dieser Woche um die Osterferien mit uns in Nkawkaw zu verbringen. Die drei berichteten begeistert von ihrer neu begonnenen Ausbildung an einer „Nursing School“ in Kumasi. Während dieser Ausbildung im medizinischen Bereich sind sie auch viel im Labor und beschäftigen sie sich genauer mit der Zusammensetzung verschiedener chemischer Stoffe und Arzneimittel. Sie leben dort in einem Internat und teilen sich ein Zimmer, oft kochen sie auch zusammen und verbringen ihre Freizeit gemeinsam. Wir freuen uns das wir ihnen die Ausbildung an dieser privaten Schule ermöglichen können und sie dies gemeinsam als „Brüder“ meistern.

Am dritten Tag meines Aufenthaltes machte ich mich ganz früh auf den Weg zu unserer kleinen Esther um sie noch zu Hause anzutreffen bevor sie in die Schule geht. Esther sieht einfach so niedlich aus in ihrer Schuluniform. Wir liefen gemeinsam zur Schule und ich nutze die Gelegenheit, um Rücksprache mit ihrer Lehrerin zu halten. Sie beschreibt Esther als ein sehr aufgewecktes Kind und sie wird das Klassenziel auf jeden Fall erreichen. Natürlich gab es auch wieder einige Gebühren an die Lehrkräfte und für Arbeitsmaterialien zu bezahlen... Esther besuchte ich insgesamt dreimal während meines Aufenthaltes in Ghana und sie konnte sich auch diesmal wieder über tolle Geschenke ihrer Pateneltern Dana & Michi freuen

Am vierten Tag stand der Besuch von unserem kleinen Nana Yaw auf dem Programm. Aber eigentlich trifft es das Wort „klein“ gar nicht mehr, denn Nana Yaw ist mittlerweile schon ein großer Junge geworden...Fröhlich kommt er aus dem Nachbarhaus angerannt als er uns sieht, dort war er gerade zum spielen mit seinen Freunden. Ihm geht es sichtlich gut, er strahlt über das ganze Gesicht und redet wie ein Wasserfall mit Eric und Kudjo. In der Schule gibt er sich auch immer große Mühe und seine Lehrer sagen uns, dass er ein sehr lieber und fleißiger Schüler ist. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie froh ich bin, dass er sich so gut entwickelt hat und nicht mehr nur mit seinen Freunden sondern auch mit Erwachsenen und Lehrern spricht.

Auch Doritha besuchte uns zum Osterfest in Nakwkaw und verbrachte ein paar schöne Tage gemeinsam mit ihren „Geschwistern“. Sie lebt derzeit als Haushälterinin Accra bei einer Geschäftsfrau und kümmert sich dort um das Haus, das Essen und erledigt sonstige Besorgungen für die Frau. Dafür bekommt sie monatliches ein gutes Gehalt, ein komplett eingerichtetes Zimmer in der Villa und gelegentlich kleine Geschenke. Ich denke etwas Besseres hätte ihr nicht passieren können. Doritha sagt selber, sie ist überglücklich dort leben und arbeiten zu können. Ihr Tochter Christiana lebt seitdem bei ihren Großeltern väterlicherseits und diese kümmern sich rührend um die kleine Maus. Sie besucht ihre Tochter natürlich regelmäßig und steht im Kontakt mit ihrer Kleinen!

Mein Sonnenschein Kezia verbrachte auch ihre gesamten Osterferien mit mir in Nkawkaw. So konnten wir gemeinsam kochen, einkaufen oder einfach mal quatschen. Sie ist einfach ein Goldstück und immer für die kleineren Kinder da. In der Schule läuft es nach ihrer Aussage sehr gut und es macht ihr Spaß. Wenn sie nächstes Jahr die Secondary High School beendet hat, möchte sie auch wie Gershon, James und Desmond auf die Nursing School gehen. Ich denke das wird sie sicher schaffen und wir werden sie dabei natürlich unterstützen. Kurz vor meiner Abreise nach Ghana gab es auch noch eine gute Neuigkeit für Kezia: Auch sie hat nun Pateneltern, ein sehr liebes Ehepaar aus Olbersleben, welche gern an ihrem Leben teilhaben möchten und sie von nun an dabei unterstützen ihren Lebensweg zu meistern. Kezia hat sich sehr darüber gefreut und gleich einen Brief an die Beiden verfasst!

Da das Osterfest in Ghana immer sehr groß gefeiert wird und ich gern die ganze „Familie“ dabei haben wollte, durften unsere drei Brüder P, K und Eric natürlich nicht fehlen...Sie hatten zum Glück auch gerade Ferien und konnten somit für ein paar Tage bei uns leben. Auch bei den Zwilligen musste ich wieder mit erschrecken feststellen, dass sie nicht mehr unsere „Kleinen“ sind, sondern schon große Jungen geworden sind. Trotzdem spielen und albern sie noch wie früher herum und halten die älteren Jungs ganz schön auf Trab :) Wenn es darauf ankommt, spuren sie aber und erledigen fleißig ihre Aufgaben im Haushalt: Abwaschen, kehren und Wasser holen. Wie die kleinen Bienchen sind sie die ganze Zeit herumgeschwirrt und haben Eric unterstützt wo es nur ging. So kennt man sie gar nicht, aber es macht mich sehr stolz, dass auch P und K sich zu solchen lieben und pflichtbewussten jungen Burschen entwickelt haben. Ihr großer Bruder Eric geht den beiden auch mit gutem Beispiel voran! Alle drei gehen immer noch gern in die Schule und erbringen gute Ergebnisse.

Das Highlight meines Aufenthaltes war unser großes Osteressen. Insgesamt 25 Teller gab es zu füllen mit allerlei Leckereien: Fried Rice, Hühnchen und Salat und zum Nachtisch noch Pudding, so verbrachten wir alle gemeinsam einen schönen Abend und redeten über die guten alten Zeiten in „TOMO-NI“. Nach zwei Wochen hieß es für mich leider wieder „goodbye Ghana“ und zurück nach Deutschland. Denn auch für mich waren nun die Osterferien vorbei und die Schule wartete auf mich...