Jahresabschluss 2025
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Pateneltern, liebe GhanAid – Unterstützer*innen,

wenn wir auf das vergangene Jahr zurückblicken, erfüllt uns vor allem eines: tiefe Dankbarkeit. Dank eurer Unterstützung konnten wir gemeinsam so viel bewirken – für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die uns am Herzen liegen. Dass ihr uns vertraut und diesen Weg mit uns geht, bedeutet uns unendlich viel. Vielleicht habt ihr bemerkt, dass der Newsletter etwas später kommt. Der Grund kann schöner nicht sein: Wir durften den Jahreswechsel direkt vor Ort erleben und die Feiertage mit den Kindern feiern, für die wir uns alle einsetzen. Diese Begegnungen haben uns erneut gezeigt, wie wichtig unsere gemeinsame Arbeit ist. Auf unserer Homepage findet ihr wie gewohnt einen ausführlichen Reisebericht und alle Details zu den Kindern. Hier möchten wir euch einen Einblick geben, was wir 2025 erreicht haben – und wie wir unserem großen Ziel, den ehemaligen „Tomo-Ni“-Kindern eine sichere und selbstbestimmte Zukunft zu schenken, wieder ein Stück nähergekommen sind.

Unsere kleine Ama (Tochter von Joyce) sowie ihr Bruder Confidence konnten auch in diesem Jahr wieder jeden Tag zur Schule gehen. GhanAid finanziert ihren Schulbesuch und alle damit verbundenen Kosten. Ganz stolz sind wir auf Confidence, er ist nämlich Jahrgangsbester an seiner Schule und hat ein hervorragendes Zeugnis erhalten.Amabesucht noch die Vorschule und hat ihr erstes Puzzle bekommen und sich unendlich gefreut. Vielen lieben dank, an ihre Pateneltern 😊.In den letzten Ausgaben haben wir berichtet, wie Joyce mit der Unterstützung von GhanAid, um eine sichere Zukunft für sich und ihre Kinder kämpft. Es war ein harter Weg – die wirtschaftliche Lage ist nach wie vor kritisch. Doch jetzt gibt es endlich einen Hoffnungsschimmer: Neben ihrem Dorf wurde eine riesige Goldmine gebaut. Für die Menschen dort gilt: Wer qualifiziert ist, bekommt einen Job. Ein kleiner Ausgleich für die zerstörte Landschaft und den Boden, der nie wieder fruchtbar sein wird. Joyce hat alles auf eine Karte gesetzt und umgeschult. Mit dem Geld aus ihrem Laden machte sie den Baggerführerschein – die letzte Rate hat GhanAid übernommen. Bald hält sie den Führerschein in den Händen und kann sich bewerben. Für Joyce bedeutet es die Chance auf ein regelmäßiges Einkommen und eine bessere Zukunft für ihre Kinder. Jetzt bleibt uns nur, die Daumen zu drücken, dass die Firma ihr Versprechen hält.

Für unsere Zwillinge P und K geht die Erfolgsserie weiter… K hat das Grundstudium in Veterinärmedizin abgeschlossen und möchte nun ein weiterführendes Studium beginnen. In Ghana gibt es dafür leider nur wenig Plätze, daher hat er sich für ein Stipendium beworben, um im Ausland sein Studium fortsetzen zu können. Wir sind nun gespannt, was die Zukunft bringt, und drücken ihm ganz fest die Daumen. Aktuell arbeitet er zur Überbrückung für unseren Koordinator Eric und verbringt den Tag damit sich um Tiere (Schweine, Ziegen, Kühe und Hunde) zu kümmern, sie zu impfen und alle nötigen Untersuchungen zu machen. P ist auf dem besten Wege ein Lehrer zu werden und hat alle Zwischenprüfungen in diesem Jahr bestanden. Nun hat er das zweite Jahr abgeschlossen und befindet sich im dritten Jahr der Ausbildung. Es macht ihm großen Spaß vor der Klasse zu stehen und den Kindern etwas beizubringen, auch wenn die Klasse mitunter aus über 50 Schülern besteht.

Yaw geht ebenso auf in seiner Rolle als Lehrer und er kann sich nichts Schöneres vorstellen, als zu unterrichten. Zumindest sagt er das 😊. Er hat nun seine Ausbildung abgeschlossen und wartet darauf an einer staatlichen Schule eingesetzt zu werden, die Übergangszeit überbrückt er ebenso als Aushilfe im Cold Store (bei unserem Koordinator Eric). Dort hilft er unter anderem bei der Abrechnung und Bestellung der Waren. Die drei Brüder hätten nach der Schließung des Heimes ohne GhanAid mit Sicherheit die Schule nicht beenden können und nun sind sie junge Männer, die fest im Leben stehen und in eine gesicherte Zukunft blicken. Sie und auch wir, sind unendlich dankbar, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen konnten.

Unser „kleiner“ Nana Yaw befindet sich nun im zweiten Jahr an der Secondary Highschool und hat bisher alle Prüfungen erfolgreich absolviert. Das macht uns unglaublich stolz und glücklich. Denn bedenkt man die Zeit im Waisenhaus (bevor unser Verein übernahm), als die Mitarbeiter dachten Nana Yaw sei ein taubstummes Kleinkind, hat er unglaubliche Fortschritte gemacht. Und aus dem sehr schüchternen Jungen ist ein großartiger junger Mann geworden, der dank GhanAid die Chance hat, die Secondary Highschool zu besuchen und mit allem ausgestattet wurde, was er dafür benötigt. Nana Yaw ist sehr dankbar dafür.

Ruth (links) war lange Zeit fast unabhängig von GhanAid. Vor Jahren stellten wir ihr einen Container zur Verfügung, in dem sie Hygieneartikel verkaufte. Damit konnte sie sich und ihren kleinen Sohn Kwasi über Wasser halten – nur bei der Miete war sie auf unsere Unterstützung angewiesen, sowie die Kosten für Krankenhausaufenthalte ihres Sohnes. Letztes Jahr hatte Ruth einen Traum: Friseurin werden, um ihren Kunden mehr bieten zu können. Wir fanden die Idee großartig und unterstützten sie bei der Ausbildung. Voller Hoffnung startete sie – doch nach einem Jahr der Schock: Ihre Ausbilderin starb bei einem Autounfall, und Ruth muss von vorn beginnen. Trotz des Rückschlags gibt sie nicht auf. Für sich und Kwasi kämpft sie weiter – und wir stehen an ihrer Seite.
Es wäre nicht Ghana, wenn alles reibungslos liefe. Kezia (rechts) hätte längst ihren Abschluss machen sollen – doch immer wieder wurden Prüfungen gestrichen, weil Behörden Betrug vermuteten. Ganze Klassen mussten ein Schuljahr wiederholen und erneut zahlen. Auch Kezia traf es hart: Ihr Abschlusszeugnis wurde angezweifelt, sie musste die Highschool-Prüfung erneut schreiben und ihre Ausbildung fast ein Jahr unterbrechen. Die gute Nachricht: Sie hat bestanden! Diesen Sommer kann sie ihre Abschlussprüfungen an der Schwesternschule ablegen und danach ihr praktisches Jahr im Krankenhaus starten. Bald haben wir eine Krankenschwester unter unseren „Kindern“. Wir sind sehr stolz!

Die Hoffnung stirbt zuletzt… Seit über einem Jahr setzen unsere drei Laboranten Desmond (siehe Bild), Gershon und James alles auf die neue Regierung. Doch auch sechs Jahre nach ihrem Abschluss warten sie noch auf die Aufnahme in den Staatsdienst – obwohl gerade im Gesundheitssektor dringend Fachkräfte gebraucht werden. Ihre Ausbildung war dennoch nicht umsonst: Alle drei arbeiten bereits im medizinischen Bereich. James berichtet, dass sein Lohn zwar geringer ist, aber die älteren Damen, die zur Blutabnahme kommen, mögen ihn sehr – manchmal gibt es sogar ein kleines Trinkgeld. Wir hoffen, dass ihre Chance bald für den Staatsdienst kommt und sie dann endlich ihre verdiente Vergütung erhalten!

Was für ein Jahr! 2025 war voller Meilensteine – und das verdanken wir euch. Die Geschichten im Newsletter zeigen nur einen kleinen Ausschnitt, denn eure Unterstützung hat so viel mehr bewirkt:
Dank eurer Spenden konnten 13 Kinder ein ganzes Jahr lang zur Schule gehen, ohne sich Sorgen um Gebühren machen zu müssen. Zudem konnten sie mit allen nötigen Büchern und Arbeitsheften ausgestattet werden, um bestmöglich zu Lernen und sich auf den Unterricht vorzubereiten. Die Beschaffung der Lehrmittel ist in der Regel für die Eltern nicht möglich, da die jährlichen Kosten mehr als ein Monatsgehalt einnehmen.Auch mitSchuluniformen, welche Voraussetzung sind, um in die Schule zu gehen, konnten wir alle 13 Kinder ausstatten.
In der folgenden Grafik seht ihr wie sich die Kosten (in etwa) für ein Schuljahr nach Unter- und Oberstufe aufteilen. Der Kostenblock für Bücher, Materialien und Uniform übersteigt die Schulgebühren deutlich.

Außerdem haben wir 10 junge Menschen auf ihrem Weg durch Ausbildung oder Studium begleitet. Die Kosten hierfür variieren sehr stark je nach Beruf und Ausbildungsjahr. In der Regel ist das erste Ausbildungsjahr sehr kostenintensiv, da viele Materialien neu angeschafft werden müssen.
Zudem erfordert der Start in den neuen Lebensabschnitt nach der Schule meist einen Ortswechselund ist daher mit hohen Kosten für Miete, Einrichtung und Ausstattung verbunden.Unser Ziel ist stets eine Ausbildung mit bestmöglichen Zukunftschancen zu ermöglichen.
Doch Bildung ist nur der Anfang: Ihr habt für Kleidung, Mahlzeiten, medizinische Versorgung und den täglichen Lebensunterhalt gesorgt.
Somit wurden nicht nur Türen geöffnet – sondern Zukunft geschaffen. Für jedes Kind bedeutet das: Hoffnung, Chancen und ein Leben mit Perspektive.Eure Großzügigkeit und euer Einsatz haben das Leben vieler junger Menschen in Ghana verändert. Ohne euch wäre all das nicht denkbar gewesen.
Damit wir diese Arbeit fortsetzen können, brauchen wir auch weiterhin eure Unterstützung. Gemeinsam können wir sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche in Ghana die Chance auf ein besseres Leben bekommen. Lasst uns auch im kommenden Jahr Seite an Seite stehen – und Hoffnung schenken, wo sie am dringendsten gebraucht wird.
Medawase! Danke schön!
Sagen Christin und Dominika im Namen der «Tomo-Ni Familie»
